Aktionstag Mikroplastik

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Am 06.05.2017 haben wir an einem deutschlandweiten Greenpeace-Aktionstag zum Thema „Mikroplastik in Kosmetik“ teilgenommen.

Worum es geht

So genannte Mikroplastik wird in vielfältiger Art und Form (verschiedene Kunststoffarten – wie PE, Nylon, Silikone, etc. in Form von Partikeln/ Granulat, flüssig, gel- oder wachsartig) in Kosmetik- und Körperpflegeprodukten sowie Wasch- und Reinigungsmitteln eingesetzt. Das Problem: Diese Mikroplastik gelangt durch deren Verwendung z.B. in Shampoos über das Abwasser in die Kläranlagen und von dort, da sie meist nicht herausgefiltert werden kann, in den Wasserkreislauf und so über die Flusssysteme ins Meer. Dort reichern sie sich u.a. in der Nahrungskette (in Plankton, Muscheln, Fischen, Walen, Seevögeln, etc.) an. Unter Umständen führen die Mikroplastikpartikel gefährliche Chemikalien wie z.B. Weichmacher mit sich oder binden im Meer vorkommende Schadstoffe wie Pestizide, DDT an sich. Diese können z.B. die Entwicklung und Fortpflanzungsfähigkeit von Organismen beeinträchtigen. Eine Lösung ist nicht in Sicht: In 2015 fand erstmals ein so genannter „Kosmetikdialog“ zwischen Politik (Umweltministerium) und Industrie statt, der einen freiwilligen Ausstieg aus der Mikroplastik in Kosmetik- und Körperpflegeprodukten bewirken soll, mit dem Ziel bis 2020 auf den Einsatz von „festen Kunststoffpartikeln“ in sogenannten „Rinse-off“ Produkten zu verzichten. Aber: Der Begriff „Mikroplastik“ nicht einheitlich definiert ist und oft werden nur feste Kunststoffpartikel darunter gefasst - manche Hersteller kennzeichnen ihre Produkte daher als „Mikroplastik-frei“, obwohl weiterhin kleinste Kunststoffpartikel in andere (z.B. gelartiger) Form zum Einsatz kommen. Das ist Verbrauchertäuschung.

Was wir wollen

Wir fordern ein gesetzliches Verbot der Produktion und des Inverkehrbringens von allen Produkten, die Mikroplastik enthalten und typischerweise ins Abwasser gelangen, d.h. eine „umweltoffene Anwendung“ haben. Dies bezieht sich vorrangig auf Körperpflege- und Kosmetikprodukte, Wasch- und Reinigungsmittel. Kurz: Mikroplastik in Kosmetik und Reinigern verbieten! Das es auch ohne Mikroplastik geht, zeigen die Hersteller von Naturkosmetikprodukten.

Was wir dafür tun

Wir informierten und sensibilisierten die Verbraucher zu diesem Thema, gaben ihnen die Möglichkeit eine Postkarte mit unseren Forderungen an das Bundesumweltministerium zu unterschreiben (100 Verbraucher haben diese Möglichkeit genutzt) und an einer Meinungsumfrage teilzunehmen. Damit wollen wir auf die Politik und Industrie einwirken, aktiv zu werden. Auf Grund des gegen Mittag zunehmenden Windes konnten wir unseren großen Aufsteller mit der Umfrage und dem Plakat mit Umweltministerin Hendriks leider nicht stehen lassen. Aber auch auf dem Boden liegend zog es noch die Aufmerksamkeit auf sich. Alles in allem ein gelungener Tag.

Autor: Sandra Schilling

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