Krokusse mahnen gegen Atomkraft

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Ein besonderer Anblick zeigt sich Passanten derzeit auf mehreren Grünflächen der Darmstädter Innenstadt. Gelbe Krokusse blühen in Form des Zeichens für ionisierende Strahlung, oft „Atomzeichen“ genannt. Greenpeace-Aktivisten haben an diesen Stellen heute in den frühen Morgenstunden Schilder platziert. Damit wollen sie an die schweren Atomunfälle von Tschernobyl und Fukushima erinnern, sowie vor den akuten Gefahren in unserer Nähe warnen. „Die Auswirkungen einer nuklearen Katastrophe in Europa wären fatal“, sagt Peter Mayer, Energieexperte bei Greenpeace Darmstadt. „Auch die aktuellen Zwischenfälle im belgischen Kernkraftwerk Tihange verdeutlichen die Gefahr: Wenn wir nicht schnell, europaweit aus der Kernkraft aussteigen, blüht uns was.“

Die gelben Krokusse blühen im Frühjahr. In dieser Zeit ereigneten sich auch die bislang schwersten nuklearen Unfälle: Am 11. März jährt sich der Super-GAU im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi zum fünften Mal. Am 26. April folgt der 30. Jahrestag der Reaktor Katastrophe von Tschernobyl. Die beiden Unfälle haben die unberechenbaren Folgen der Atomkraft deutlich aufgezeigt. Riesige Landstriche wurden kontaminiert, hunderttausende mussten ihre Heimat verlassen. Die Langzeitfolgen sind unüberschaubar und werden seit Jahren kontrovers diskutiert. Im sogenannten TORCH-Bericht über die gesundheitlichen Folgen der Katastrophe von Tschernobyl wird von 30000 bis 60000 zusätzlichen Krebstoten weltweit als Folge des Atomunfalls gerechnet.

Eine blühende Zukunft kann es nur mit Erneuerbaren Energien geben

Greenpeace kämpft weltweit für den Ausstieg aus der Kernkraft und einen Wandel hin zu 100% Erneuerbaren Energien. Wie das funktionieren kann, rechnet die Umweltschutzorganisation in ihrem kürzlich aktualisierten Report „Der Plan“ vor (www.greenpeace.de/2050-DerPlan). „Wir haben die Chance und die Technologien, um bis 2050 eine weitgehend klimaneutrale Energieversorgung in Deutschland zu realisieren“, so Peter Mayer.

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