Kunst für den Wald

Darmstadt, 20. Juni 2012 – Eine Allianz der besonderen Art hatte sich gebildet am 20. Juni 2012 im Jagdhofkeller in Bessungen: Künstler unterschiedlicher Couleur widmeten sich gemeinsam dem Thema Wald in Literatur und Musik. Mehr als 70 Gäste hatten sich eingefunden zu der Veranstaltung, mit der die Greenpeace-Gruppe Darmstadt auf die prekäre Situation des Darmstädter Westwaldes aufmerksam machte.

Auguste Kurs, „Nur eine Stunde im grünen Wald“, Heinrich Seidels „Wälder im Walde“ oder „Gesang der Wälder“ von Alfons Petzold: Andreas Konrad, Schauspieler der Darmstädter Theatergruppe Lakritz ließ die Gedanken der Dichter zu – wie es Moderator Dr. Arnulf Rosenstock von der Westwaldallianz ausdrückte: dem „Erlebnis Wald“ – bildhaft vor dem inneren Auge der Zuhörer entstehen. Rosenstock ergänzte mit Blick auf den Darmstädter Westwald: „Wussten Sie, dass auf einem toten Baum 20-mal mehr Lebewesen wohnen als auf einem Lebenden? Aber deswegen muss man doch nicht einen ganzen Wald zerstören.“ Damit sprach er vielen Zuhörern aus dem Herzen.

Arie und Blues für den Westwald vom Jazz-Live-Ensemble

Musikalisch sorgte das Jazz-Live-Ensemble bestehend aus Marion Olsowski, Bob Degen, Ina Burger und Udo Diegelmann für Schwung. Mit klangvollen, fließenden Melodien wie der eigens komponierten „Westwald-Arie“ und dem „Westwald-Blues“ berührten sie ihr Publikum im gut gefüllten Jagdhofkeller.

Darmstädter Westwald muss Bannwald werden

„Mit unserer Veranstaltung wollten wir den Darmstädtern das Thema Wald näher bringen und gleichzeitig auf die Situation des hiesigen Westwaldes aufmerksam machen“, so Daniela Herzog von der Greenpeace-Gruppe Darmstadt. Denn, so Herzog weiter, für den Westwald sei es fünf vor zwölf. Der von Menschenhand gesenkte Grundwasserspiegel, die geplante Westranderschließung und Schädlingsbefall setzten dem Wald schwer zu. „Daher fordern wir: Der ganze Westwald muss Bannwald werden“, appellierte Herzog an die Darmstädter Stadtverordnetenversammlung und Regierungspräsident Johannes Baron.